So zusammen… Nachdem wir Sansibar verlassen haben sind wir nun in Malawi. Eins fiel sofort auf: Es ist grüner! Schon im Grenzgebiet deutete sich das an. Das liegt aber nicht daran, dass es derzeit regnet…
Unsere ersten Stationen führten uns an den Lake Malawi… Ganz schön groß das Ding 😉 Und ne richtige Brandung gibt es auch! Aber es ist wirklich Süßwasser! Herrlich erfrischend! Der See und die Flüsse herum helfen den Locals ihre Felder zu bewässern! Heute habe ich zum ersten mal eine professionelle Bewässerungsanlage in Afrika gesehen! Auch der Anbau erfolgt ein wenig professioneller…. (teilweise!!!) Es wächst nicht alles durcheinander…
Direkt als Trinkwasser dient der See jedoch nicht, da auch der Lake Malawi –wie fast alle größeren afrikanischen Seen- ein Parasit beherbergt, welches sich durch die Haut hindurch in die Blutbahn begibt und sich dort ernährt… Dadurch wächst das Parasit und kann unangenehme folgen haben! Richtig unangenehme! Ich darf euch verraten, dass wir trotzdem schwimmen gegangen sind! Angenehm! Aber auch nur wegen des Wissens, dass das Parasit fast nur im stehenden Gewässer eine Chance hat den Menschen zu befallen, und es zweitens eine gute „Endwurmkur“ gibt, welche ich am Ende meines Trips zu mir nehmen werde… Daher besteht für uns kein Risiko! Aber es erklärt, warum das Wasser nicht wirklich trinkbar ist! Trotzdem haben die Menschen den Vorteil, dass es Grundwasser gibt und ab einer Tiefe von ca 10m ist das Wasser genug gefiltert…
In Malawi fangen die Locals immer häufiger an Häuser aus Stein zu bauen. Dafür brennen sie ihre Steine selbst. Immer wieder findet man an den Straßen Leute, welche die Steine zunächst aus dem Lehmschlamm formen, und die „brennenden“ Steinhaufen (wenn die Steine letztlich gebrannt werden)… Stellt euch die Häuser trotzdem sehr einfach vor! Mit westlichen Standards hat das bei weiten nichts gemein! Trotzdem kann man sagen, dass Malawi etwas weiter entwickelt scheint als Tansania.
Trotzdem hat mir Tansania besser gefallen. Ich kann gar nicht genau erklären warum. Weil alles (die Eindrücke) neu war? Ich denke eher es liegt an den Locals. In Malawi habe ich mehr Locals gesehen, die nur auf Geld von uns aus sind. Immer wieder wird man gefragt, „bedrängt“ und es ist nicht ganz so einfach die Leute los zu werden… Das war in Tansania noch ein wenig anders. Dort hatte man den Eindruck, dass wirkliche Freude dabei war, wenn wir einfach nur gegrüßt haben. In Malawi hatte ich teilweise(!) den Eindruck, dass man sich gefreut hat, wenn man uns auf Geld ansprechen konnte. Es gab mehr gefühlte Ablehnung gegenüber den „Weißen“… Naja… Evtl. sind das ja auch nur falsche Eindrücke! Und: Auch Malawi hat mir sehr gut gefallen, nur den Vergleich mit Tansania verliert Malawi für mich…
Aber: Was habe ich hier sonst so erlebt? Am ersten vollen Tag haben wir uns mit 7 Leuten auf einen netten Hike begeben und sind 35km gewandert und haben dabei ca 1500 Höhenmeter gemacht. Morgens ging es um 6 Uhr los… gegen 9:00 erreichten wir einen Campingplatz, welcher schön an einen Berghang gelegen war und einen super Blick auf den Lake Malawi hatte. Das Frühstück dort war aber selbst für unsere Verhältnisse verdammt teuer! Eien Fanta und eine Schale Müsli für ca 6 USD!!! Dafür war die Toilette ein absolutes Highlight: Man thronte auf einer erhöhten Kloschüssel und hatte einen perfekten Ausblick auf den See! Weiter ging es zu Wasserfällen, welche auf halber Höhe des Trips gelegen waren. Diese Wasserfälle hatten kleine Nebenpools, so dass wir uns von der aufgekommenen Hitze ein wenig abkühlen konnten. Das Wasser war richtig kalt, und die Pools ließen auf Grund der Größe auch nur ein planschen zu, aber missen mochte es niemand von uns. Ziel unserer Tour war ein Dorf, welches auf dem Gipfel des „Hügels“ gelegen war. Dort wartete ein leckeres und wirklich günstiges Essen und ein herrlicher Ausblick auf den See und das Hinterland auf uns, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Insgesamt waren wir fast 10 ½ Stunden unterwegs… Zum Abschluss eine Runde schwimmen im See in den Sonnenuntergang hinein. Resümee: Nette Wanderung, aber verglichen mit Neuseeland… Immer wieder Tongariro!
Nächste Etappe: auf einen bekannten heimischen Markt einen Dress für die Kostümparty des schlechten Geschmacks kaufen, welche am nächsten Tag stattfinden sollte. Nicht für uns selbst, sondern für eine per Los gezogene Person. Maximum 500 KWS (ca 3 USD)… Ihr seht, es war ein Second Hand Markt! Ich hatte Darrin gezogen und fand auf anhieb eine super Krawatte von Corona. Hauptfarbe: Gelb… Also musste noch etwas blaues addiert werden… Mir wurde doch glatt ein super blau weiß gestreiftes Hemd angeboten. 200 KWS… und das Beste: „IKEA Caffe und Restaurant“!!!
Dazu wurde eine dunkelblaue Baggie Hose arangiert und fertig war das Kostüm!
Am Morgen ging es dann zunächst auf meinen siebten Tauchgang. Viele der anderen hatten noch nie in Frischwasser getaucht, so dass sie sich sehr auf das bevorstehende freuten… Die Unterwasserwelt im Lake Malawi ist bei weitem nicht so bunt wie die auf Sansibar. Aber wegen der kleineren Gruppe (und deren Teilnehmern) hatte ich aber mehr Gelegenheit die Unterwasserwelt wahrzunehmen! Unter anderem gab es einen versenkten Jeep zu sehen, der von einigen Fischen als Versteck genutzt wurde! Zudem tauchten wir durch einen kleinen Tunnel, was schon irgendwie win komisches Gefühl war, da um einen herum überall Fels war… Aber ein nettes Erlebnis!
Zur großen Party gab es extra ein Schwein, welches schon morgens präperiert wurde und den ganzen Tag über über einer netten Glut zubereitet wurde… Dazu gab es ein paar selbstgemachte Salate…und einen guten Punsch! Nach dem Essen war es dann soweit; die Kostüme wurden verteilt. Ich kann euch sagen: Ich bekam den Hammer! Einen sexy Body (der ein wenig klein war und ganz schön zwickte, kombiniert mit einen extrem schmalen Rock im Tigerlook… Es war der absolute Hammer, so dass ich mich spontan dazu entschieden habe diesen einen Abend zu Alkohol zu greifen. Die Party wurde in der Bar des Campingplatzes fortgesetzt. Es wurde getanzt, getrunken und gelacht –leider auch Fotos gemacht, welche aber zunächst nicht gezeigt werden!)- und um Mitternacht ein Bad im See genommen! Der nächste Tag war fürs ausnüchtern reserviert. Damit an dem Tag niemand kochen musste, gab es abends ein Essen im nahe gelegenen Village der Locals… Gegessen wurde draußen auf dem Boden. Lecker war es, kann ich euch sagen! Zum Abschluss tanzten und sangen die Kinder des Dorfes für uns. Nette Sache. Natürlich durfte nicht fehlen, dass wir mal wieder als großes Spielzeug in Beschlag genommen wurden. Insgesamt kann man von einem gelungenen Abend sprechen!
2 bis 3 Sachen noch zu dem Dorf: die Häuser sind zwar teilweise aus Stein, aber sehr sehr einfach. Fließend Wasser gibt es nicht. Das Badezimmer ist draußen untergebracht und besteht aus einer Kabine, welche aus Strohmatten hergestellt ist. Gewaschen wird sich mit Wasser aus Kübeln! Gekocht wurde über Feuer (die Küchen sind ebenfalls draußen untergebracht). Die Hauptspeise besteht meistens aus einem Brei, welcher aus Maismehl (Mais wird selbst angebaut und von den Frauen in einem großen Mörser zerstoßen) besteht… Dazu gibt es selbst angebautes Gemüse, Huhn und Brot (ebenfalls aus dem Maismehl)
In den Wohnzimmern waren heruntergekommene Sofas (solche finden wir teilweise nicht mal mehr auf dem Sperrmüll!) und einen einfachen kleinen Tisch… Ein Haus hatte Elektrizität und konnte somit sogar nen Fernseher mit Satellitenschüssel beherbergen! 😉
Bier wird hier aus Bananen „gebraut“ und schmeckt nicht wirklich wie Bier… geschweige denn gut…
Zu guter letzt zu den Locals: die Kinder fragen nach leeren Wasserflaschen, damit sie besser Wasser zur Schule transportieren können! Das ist in unseren Augen schon ungewöhnlich.
Gerade sind wir in Lilongwe, wo uns drei Personen verlassen werden. Unter anderem mein Zeltpartner Keith… Schade! Keith war eine angenehme Person (Ende 50). Mal sehen, wer zu der Gruppe hinzustößt!
Ach ja! Hatte ich erwähnt, dass ich in Malawi arm würde! Die Infrastruktur ist hier zwar nicht so gut ausgebaut, und der Standard ist weit unter den westlichen Verhältnissen… Dafür sind Lebensmittel aber verdammt teuer! Schokolade liegt bei ca 1,50 EUR! Die billigste! Weingummi bei ca 3 bis 4 EUR!!! Wahnsinn, oder?! Dafür sind die Preise in den Bars gegenüber den Lebensmittelläden human. Ne Flasche (0,35 L) kostet im Laden ca 40 Cents… in der Bar auf dem Campingplatz ca 80 Cents… Das ist wirklich günstig…
Soviel zu Malawi…
Werde euch auf dem Laufenden halten!